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Agoraphobie - Platzangst (nach
Dr.Hans Morschitzky)
Als Agoraphobie bezeichnet man nicht nur alle Ängste
vor offenen Plätzen, sondern auch alle Ängste vor öffentlichen
Orten, Situationen und Menschenansammlungen, wo beim plötzlichen
Auftreten einer unerwarteten oder durch die Situation ausgelösten
Panikattacke oder ähnlichen, milderen Symptomen (Schwindel,
Ohnmachtsangst, Herzrasen, Schwitzen, Verlust der Blasen-/Darmkontrolle
usw.) eine Flucht schwierig oder peinlich wäre oder aber keine
Hilfe verfügbar wäre. Besonders angstmachend ist die Vorstellung,
die Kontrolle über sich und die Körperreaktionen zu verlieren,
in der Öffentlichkeit umzufallen und hilflos liegen zu bleiben
oder der Reaktion der Umwelt ausgeliefert zu sein bzw. "durchzudrehen
und verrückt zu werden".
Phobische Situationen werden konsequent gemieden,
wenn kein Fluchtweg in Aussicht ist, oder können nur unter
großer Angst und Belastung durchgestanden werden. Manche Agoraphobiker
erleben aktuell wenig Angst, weil es ihnen gelingt, den gefürchteten
Situationen auszuweichen. Als Folge der Angst bestehen entweder
Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, vor allem beim Reisen,
die Notwendigkeit einer Begleitperson außerhalb der Wohnung,
oder die phobischen Situationen können nur unter intensiver
Angst durchgestanden werden.
Das ausgeprägte Vermeidungsverhalten führt
oft zu einem totalen Rückzug in die eigene Wohnung und damit
zur sozialen Isolierung. Doch auch zu Hause kann das Gefühl
der Sicherheit verloren gehen durch die Angst vor dem Alleinsein,
wo die beschützende Wirkung vertrauter Personen fehlt.
Agoraphobie nach dem internationalen Diagnoseschema
(ICD-10)
Agoraphobie ist eine deutliche und anhaltende Furcht
vor oder Vermeidung von mindestens zwei von vier Symptomen:
Menschenmengen,
öffentliche Plätze,
allein Reisen,
Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause.
Das Fehlen eines nutzbaren Fluchtweges ist ein Schlüsselsymptom.
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