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Bulimie (Bulimia
nervosa)
1. Was ist eine Bulimie?
2. Anzeichen für Bulimie
- Leitsymptome der Bulimia nervosa
3. Wie häufig ist die Erkrankung?




1.
Was ist eine Bulimie?
Bulimie äußert sich durch häufig auftretende Essattacken.
Ein andauerndes Beschäftigtsein mit dem Essen und eine unwiderstehliche
Gier zu essen zeichnen die Krankheit aus. Gleichzeitig besteht eine
krankhafte Furcht vor dem Dickwerden. Durch
unterschiedliche Verhaltensweisen, z.B. selbstherbeigeführtes
Erbrechen, Abführmittelmissbrauch oder Fasten, wird dem Dickwerden
entgegengewirkt. Auch bei der Bulimie liegt in der Regel eine Körperschemastörung
vor wie bei der Magersucht, die häufig in der Vorgeschichte
auftritt. Der Häufigkeitsgipfel dieser Essstörung liegt
bei 18 bis 20 Jahren. Bulimische Menschen können unter-, norm-
oder auch übergewichtig sein, sie haben jedoch meist ein sehr
schlankes Körperideal.
Definition der Bulimia nervosa nach ICD-10
Andauernde Beschäftigung mit Essen und Essattacken
Versuche, den dickmachenden Effekt des Essens durch Erbrechen,
Abführmittelmissbrauch u.ä. zu vermeiden
Krankhafte Furcht, dick zu werden
Häufig Magersucht in der Vorgeschichte
Ein tiefgehendes Schamgefühl führt dazu,
dass die Betroffenen ihre Krankheit lange Zeit verheimlichen und
sich sozial isolieren. Häufig treten auch Depressionen unterschiedlichen
Schweregrades und selbstverletzendes Verhalten, also das absichtliche
Zufügen von Schnitten, Wunden oder sonstigen Verletzungen z.B.
aufgrund von Gefühlen des Selbsthasses, auf.
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2.
Anzeichen für Bulimie - Leitsymptome der Bulimia nervosa
Symptome sind zum Beispiel:
Wiederholte Essattacken
Erbrechen im Anschluss an die Essattacken
Missbrauch von Abführmitteln, Entwässerungsmitteln,
Appetitzüglern
Zeiträume extremen Fastens
Körperschemastörung
eventuell Störung der Impulskontrolle, z.B. Ladendiebstähle,
Alkohol-, Tabletten-, Drogenmissbrauch, unkontrolliertes Geldausgeben,
selbstverletzendes Verhalten
Während der Freßattacken nehmen die Betroffenen
große Mengen an Nahrung in sehr kurzer Zeit zu sich, sie verlieren
die Kontrolle über ihr Verhalten. Das krankhafte Verhalten
wird verheimlicht. Eine Gewichtszunahme wird vermieden durch selbstausgelöstes
Erbrechen, Mißbrauch von Abführmitteln, zeitweilige Hungerperioden
und Gebrauch von Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten
und Diuretika ("Wassertabletten"). Die Betroffenen nehmen
sich selbst als zu dick wahr und fürchten, zu dick zu werden.
Tatsächlich sind sie oft normal- oder leicht untergewichtig.
Erkrankte leiden oft an Schuld- und Schamgefühlen.
Depressionen, Reizbarkeit, autoaggressives Verhalten und Schlafstörungen
sind weitere seelische Folgen der Erkrankung. Außerdem geringe
Belastbarkeit, Konzentrationsschwäche und sozialer Rückzug.
Körperliche Schäden können Zahnschäden
sein. Unterzuckerung und Störungen des Salzhaushaltes entstehen
durch Fehlernährung und unkontrollierte Medikamenteneinnahme.
Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden sind gravierende
Komplikationen.
In aller Regel spielen sich solche Attacken in aller
Heimlichkeit ab und werden vom Partner oder Familienangehörigen
oft überhaupt nicht oder sehr spät wahrgenommen. Die Bandbreite
der beteiligten Gefühle ist enorm: höchstes Lustempfinden
und Befriedigung und tiefe Niedergeschlagenheit und ein Gefühl
des Versagens können sich abwechseln. Ein meist vorliegendes
tiefes Schamgefühl nach einer Eß/Brechattacke ist ein
wesentlicher Grund, die Erkrankung auch vor den besten Freunden
zu verstecken. Erbrechen kann aber auch nach dem Essen einer ganz
"normalen" Mahlzeit vorkommen.
Sehr charakterischtisch für Frauen mit
Bulimie, aber auch für andere Formen der Eßstörungen,
ist ein niedriges Selbstwertgefühl, welches durch die oft jahrelange
Symptomatik oft noch weiter belastet wird.
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3.
Wie häufig ist die Erkrankung?
Etwa 1-3 Prozent der jüngeren Frauen leiden
an einer Bulimie. Zu 90 Prozent sind Frauen betroffen.
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