PSYCHOLOGISCHES ZENTRUM
LEIBNITZ, KALSDORF, LIEZEN, BRUCK
Mag. Dr. Inge Unterleitner
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Bulimie (Bulimia nervosa)

1. Was ist eine Bulimie?

2. Anzeichen für Bulimie - Leitsymptome der Bulimia nervosa

3. Wie häufig ist die Erkrankung?

 

 


 

 





1. Was ist eine Bulimie?


Bulimie äußert sich durch häufig auftretende Essattacken. Ein andauerndes Beschäftigtsein mit dem Essen und eine unwiderstehliche Gier zu essen zeichnen die Krankheit aus. Gleichzeitig besteht eine krankhafte Furcht vor dem Dickwerden. D
urch unterschiedliche Verhaltensweisen, z.B. selbstherbeigeführtes Erbrechen, Abführmittelmissbrauch oder Fasten, wird dem Dickwerden entgegengewirkt. Auch bei der Bulimie liegt in der Regel eine Körperschemastörung vor wie bei der Magersucht, die häufig in der Vorgeschichte auftritt. Der Häufigkeitsgipfel dieser Essstörung liegt bei 18 bis 20 Jahren. Bulimische Menschen können unter-, norm- oder auch übergewichtig sein, sie haben jedoch meist ein sehr schlankes Körperideal.

Definition der Bulimia nervosa nach ICD-10

Andauernde Beschäftigung mit Essen und Essattacken
Versuche, den dickmachenden Effekt des Essens durch Erbrechen, Abführmittelmissbrauch u.ä. zu vermeiden
Krankhafte Furcht, dick zu werden
Häufig Magersucht in der Vorgeschichte

Ein tiefgehendes Schamgefühl führt dazu, dass die Betroffenen ihre Krankheit lange Zeit verheimlichen und sich sozial isolieren. Häufig treten auch Depressionen unterschiedlichen Schweregrades und selbstverletzendes Verhalten, also das absichtliche Zufügen von Schnitten, Wunden oder sonstigen Verletzungen z.B. aufgrund von Gefühlen des Selbsthasses, auf.

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2. Anzeichen für Bulimie - Leitsymptome der Bulimia nervosa

Symptome sind zum Beispiel:

Wiederholte Essattacken
Erbrechen im Anschluss an die Essattacken
Missbrauch von Abführmitteln, Entwässerungsmitteln, Appetitzüglern
Zeiträume extremen Fastens
Körperschemastörung
eventuell Störung der Impulskontrolle, z.B. Ladendiebstähle, Alkohol-, Tabletten-, Drogenmissbrauch, unkontrolliertes Geldausgeben, selbstverletzendes Verhalten

Während der Freßattacken nehmen die Betroffenen große Mengen an Nahrung in sehr kurzer Zeit zu sich, sie verlieren die Kontrolle über ihr Verhalten. Das krankhafte Verhalten wird verheimlicht. Eine Gewichtszunahme wird vermieden durch selbstausgelöstes Erbrechen, Mißbrauch von Abführmitteln, zeitweilige Hungerperioden und Gebrauch von Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten und Diuretika ("Wassertabletten"). Die Betroffenen nehmen sich selbst als zu dick wahr und fürchten, zu dick zu werden. Tatsächlich sind sie oft normal- oder leicht untergewichtig.

Erkrankte leiden oft an Schuld- und Schamgefühlen. Depressionen, Reizbarkeit, autoaggressives Verhalten und Schlafstörungen sind weitere seelische Folgen der Erkrankung. Außerdem geringe Belastbarkeit, Konzentrationsschwäche und sozialer Rückzug.

Körperliche Schäden können Zahnschäden sein. Unterzuckerung und Störungen des Salzhaushaltes entstehen durch Fehlernährung und unkontrollierte Medikamenteneinnahme. Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden sind gravierende Komplikationen.

In aller Regel spielen sich solche Attacken in aller Heimlichkeit ab und werden vom Partner oder Familienangehörigen oft überhaupt nicht oder sehr spät wahrgenommen. Die Bandbreite der beteiligten Gefühle ist enorm: höchstes Lustempfinden und Befriedigung und tiefe Niedergeschlagenheit und ein Gefühl des Versagens können sich abwechseln. Ein meist vorliegendes tiefes Schamgefühl nach einer Eß/Brechattacke ist ein wesentlicher Grund, die Erkrankung auch vor den besten Freunden zu verstecken. Erbrechen kann aber auch nach dem Essen einer ganz "normalen" Mahlzeit vorkommen.
Sehr charakterischtisch für Frauen mit Bulimie, aber auch für andere Formen der Eßstörungen, ist ein niedriges Selbstwertgefühl, welches durch die oft jahrelange Symptomatik oft noch weiter belastet wird.

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3. Wie häufig ist die Erkrankung?

Etwa 1-3 Prozent der jüngeren Frauen leiden an einer Bulimie. Zu 90 Prozent sind Frauen betroffen.

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