PSYCHOLOGISCHES ZENTRUM
LEIBNITZ, KALSDORF, LIEZEN, BRUCK
Mag. Dr. Inge Unterleitner
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Biofeedback

1. Was kann Biofeedback?

1.1 Was ist Biofeedback?
1.2 Wann kann Biofeedback angewendet werden?
1.3 Wie funktioniert Biofeedback?
1.4 Angst und Panik? gezieltes Biofeedbacktraining kann helfen.
1.5 Nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren bei Kopfschmerz
1.6 Entspannungsverfahren
1.7 Schmerzbewältigung

1.8 Beckenbodentraining für Harninkontinenz bei Frauen
1.9 Biofeedbacktraining bei Depressionen

2. Verbesserung der Bereitschaft zur Verkehrsanpassung

3. Biofeedbacktraining bei Tinitus

3.1 Was ist Tinitus?
3.2 Behandlungs- bzw. Trainingskonzept

4. Hautleitwert-Biofeedbacktraining

 

 






1. Was kann Biofeedback?

1.1 Was ist Biofeedback?

Biofeedback kann als ein technologischer Durchbruch in der Wissenschaft der menschlichen Psychophysiologie gelten. Beim Biofeedback-Training werden die im allgemeinen nicht wahrgenommenen Gehirn- und Körpersignale verstärkt, gefiltert und sichtbar gemacht, um diese unterbewussten Informationen ins Bewusstsein zu bringen. Das Biofeedback-Training ist ein Mittel, mit dem man die psychosomatische Selbstkontrolle erlernen kann. Biofeedback heißt übersetzt "Rückkopplung von Lebensvorgängen". Mittels elektronischer Geräte werden dabei Atemfrequenz, Pulsschlag, Muskelanspannung und Körpertemperatur in Ton- und Lichtsignale umgewandelt. Der Benutzer sieht und hört, was gerade in seinem Inneren vorgeht. Unter Anleitung kann er somit lernen, gezielten Einfluss auf die jeweilige Körperfunktion zu nehmen. Den Erfolg sieht oder hört er direkt vor sich. Die durch Biofeedback erworbene Fähigkeit zu entspannen hilft bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen und nervös bedingten Spannungszuständen. Außerdem lassen sich Beschwerden bei Durchblutungsstörungen lindern und hoher Blutdruck senken. Anwendungsbereich des Biofeedbacks siehe nächsten Punkt.

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1.2 Wann kann Biofeedback angewendet werden?

Dieses Verfahren wird im klinischen Bereich bei einer Reihe von Krankheiten eingesetzt. Unter anderem sind das:

Migräne, Spannungskopfschmerz und eine Reihe anderer Schmerzen,
Störungen im Verdauungssystem
Bluthochdruck und zu niederer Blutdruck
Angstzustände
Panikattacken
Depressionen
Überlastung
Verspannungen (Nackenbereich)
Schlaflosigkeit, Schlafstörungen
Tinitus
Harninkontinenz für Frauen

Darüber hinaus hilft es mit, Stress abzubauen und Körperfunktionen willentlich zu beeinflussen.

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1.3 Wie funktioniert Biofeedback?

Das Biofeedback ermöglicht dem Klienten bisher nicht wahrnehmbare körperliche Vorgänge sichtbar und in der Folge auch veränderbar zu machen.

Möglicher Weg:

Erlernen einer Entspannungstechnik (z.B. über die Atmung -mit Biofeedback-Unterstützung) parallel dazu persönliche Gespräche und klinische Verfahren
Persönliche Gespräche während des Biofeedbacks, damit belastende Ereignisse oder Situationen besser ermittelt, besprochen und behandelt werden können
Visualisation während es Biofeedbacks von zuerst angenehmen und hernach belastenden Situationen oder Ereignissen begleitet mit Gesprächen und vielen Übungen
Abschlussgespräch über persönliche Eindrücke vor- und nach der Behandlung -was hat sich für den Klienten verändert -Zukunftspläne...

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1.4 Angst und Panik? gezieltes Biofeedbacktraining kann helfen

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1.5. Nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren bei Kopfschmerz

Die Therapieempfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zeigen, dass psychologisch-verhaltenstherapeutische Verfahren zur Diagnostik und Therapie einen festen Platz in der Behandlung chronischer Kopfschmerzen gefunden haben.

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1.6 Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren gehören zu den grundsätzlich indizierten Verfahren bei Patienten mit chronischen Kopfschmerzen. Dabei liegt das Ziel auf einer insgesamt günstigen Veränderung physiologischer Vorgänge, die den Organismus weniger "schmerzanfällig" werden läßt.
Gleichzeitig bietet Entspannung die Grundlage, gezielt Schmerzbewältigungsstrategien einzusetzen.
Das in der Schmerztherapie am häufigsten angewendete Entspannungsverfahren ist das von dem amerikanischen Neurologen Jacobsen entwickelte Verfahren der Progressiven Muskelentspannung. Bei diesem Verfahren werden die Patienten aufgefordert, nacheinander verschiedene Muskelgruppen anzuspannen und nach einer kurzen Zeit wieder zu lockern.
Ziel ist es, Spannungszustände im Alltag frühzeitiger wahrzunehmen und entsprechend gegenzusteuern. Festzuhalten ist, daß Entspannungsverfahren im Kontrollgruppenvergleich einen positiven Einfluß auf das Schmerzgeschehen haben. Dabei zeigt sich allerdings, daß die besten Erfolge in Kombination mit weiteren Behandlungsansätzen, wie z. B. einem Stressbewältigungstraining o.a. zu erzielen sind.

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1.7 Schmerzbewältigung

Strategien der Schmerzbewältigung richten sich auf das unmittelbare Umgehen mit bestehenden Schmerzen. So erleben sich z.B. Migränepatienten in Attacken, die trotz Medikation nicht kupiert werden können, oft als hilflos den Schmerzen ausgeliefert und von den Schmerzen überrollt. Im Sinne eines Schmerz-/Spannungszyklus wird so das Schmerzerleben wiederum ungünstig beeinflußt und schaukelt sich noch mehr auf. Auch bei Patienten mit einem Dauerkopfschmerz kann die Art und Weise, wie auf Schmerzen reagiert wird, das Schmerzgeschehen beeinflussen.
Ziel der Schmerzbewältigungsstrategien ist es, Schmerzen ertragbarer zu machen. Dabei gibt es zunächst die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit vom Schmerz wegzulenken (Ablenkungsstrategien). Bei der Ablenkung von Schmerzen werden die Patienten einerseits dazu angehalten, ihre Aufmerksamkeit auf Merkmale und Situationen in der Umgebung zu richten (z.B. Wahrnehmung der Landschaft, Ansehen von schönen Urlaubsfotos etc.). Andererseits werden Möglichkeiten der inneren Ablenkungen erarbeitet und ausprobiert (z.B. Vorstellung einer schönen Landschaft, Aufmerksamkeit auf Körperstellen lenken, die sich angenehm anfühlen o.a.).
Einen wesentlichen Aspekt der Schmerzbewältigung stellt das erlernen positiver Selbstinstruktionen dar. Der Schmerz wird in diesem Zusammenhang als Stressor gesehen, den es zu bewältigen gilt. Positive Selbstinstruktionen ("der Schmerz ist wirklich gräßlich, aber ich weiß, ich werde auch diese Attacke überstehen. Jetzt erst mal eins nach dem anderen, was kenne ich denn für Möglichkeiten, mich abzulenken") helfen den Patienten, sich bei Schmerzen nicht von dem Geschehen überrollt zu fühlen ("ich halte den Schmerz einfach nicht mehr aus, bestimmt kann ich jetzt wieder tagelang nichts machen, wie soll das alles werden, es hilft überhaupt gar nichts mehr...") und damit die Befindlichkeit zu verschlechtern, sondern sich selbst noch als aktiv und handelnd zu erleben. Damit und vor allem in Kombination mit Entspannung (s.o.) kann häufig erst die Grundlage geschaffen werden, auf erlernte Schmerzbewältigungsstrategien zurückzugreifen.

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1.8 Beckenbodentraining für Harninkontinenz bei Frauen

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1.9 Biofeedbacktraining bei Depressionen

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2. Verbesserung der Bereitschaft zur Verkehrsanpassung (Persönlichkeit)
Was kann das Biofeedback dazu beitragen?


Falls sich bei der verkehrspsychologischen Untersuchung im Bereich der Persönlichkeit Auffälligkeiten ergeben, kann eine klinisch - psychologische Diagnostik eine noch genauere Abklärung über die Vernetzung der Probleme bieten. Diese Ergebnisse der Diagnostik werden mit dem Klienten ausführlich besprochen und -falls es günstig erscheint- eine weiterführende psychologische Behandlung vorgeschlagen. Da jede psychologische Behandlung bei mir individuell gestaltet wird, kann diese beschriebene Vorgangsweise nur ein Beispiel sein.

Für eine weiterführende psychologische Behandlung wird in meiner Praxis häufig das Biofeedback als Unterstützung verwendet, da mit diesem Gerät dem Klienten physiologische Parameter gut sichtbar gemacht werden können, was wiederum zu einem schnelleren Behandlungserfolg führen kann.

Das Ziel der Behandlung liegt in einer Erhöhung der Bewusstheit der Eigenverantwortung und in einer Verbesserung der persönlichen Stressverarbeitung auch in Belastungssituationen (wie sie auch im Verkehr vorkommen bzw. weniger Ablenkung durch event. belastende Gedanken).

Viele persönlichen Probleme haben ihre Ursachen in einer inadäquaten Stressverarbeitung. Auslöser für den erhöhten Stress können sein z.B. Ärger, Zorn, Ängste, Stimmungsschwankungen, Alkohol, Drogen, Unzufriedenheit mit dem Beruf, eine Überarbeitung, mehrfache Belastung, wenig Zeit für sich selbst, Reizüberflutung, schlechte Terminplanung, Müdigkeit, Gefährdung des Arbeitsplatzes, Zukunftsängste, Probleme mit dem Partner, - mit Kindern, wenig Freunde, Einsamkeit u.a..
Wenn es im Rahmen einer Behandlung gelingt, dass der Klient seine persönlichen Sorgen, Ängste und Belastungen besser aufarbeitet, ist die Folge mehr innere Ruhe und somit auch eine bessere Wahrnehmung der Außenwelt, was indirekt auch eine bessere Bereitschaft zur Verkehrsanpassung bewirkt (z.B. weniger Risikobereitschaft, event. bessere Dosierung der Geschwindigkeit durch bessere Zeiteinteilung, bessere Trennung von Alkohol und Fahrzeug, bessere und schnellere Wahrnehmung von Verkehrssituationen, weniger Selbstüberschätzung, mehr Selbstkontrolle, mehr Selbstverantwortung u.a.).

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3. Biofeedbacktraining bei Tinitus

3.1 Was ist Tinnitus?

Mit Tinnitus werden chronische Ohrgeräusche bezeichnet, die keiner objektiven äußeren wie inneren Schallquelle zugeordnet werden können. Die Ohrgeräusche werden von dem Betroffenen oft als Rauschen, Pfeifen, Zischen, hoher singender Ton, Zirpen oder Brummen wahrgenommen und schwanken zum Teil erheblich hinsichtlich der Intensität und der Dauer. In manchen Fällen wird das Auftreten des Tinnitus durch akute Erkrankungen des Gehörs (z.B. Hörsturz), durch chronische Lärmbelastungen oder akute Knallverletzungen aber auch durch extremen Stress - Angst ausgelöst. Darüber hinaus wirken sich aber auch psychosoziale Faktoren auf die Schwere der Symptomatik aus. Bei einer Untergruppe der Betroffenen können psychogene Verspannungen im Bereich der Hals-, Nacken- und Kiefermuskulatur für die Entstehung der Symptomatik verantwortlich sein.
Tinnitus tritt in den letzten Jahren immer häufiger auf. Nach Schätzungen fühlen sich etwa 3 Millionen Deutsche durch chronische Ohrgeräusche beeinträchtigt. Etwa 1 - 3 % der Gesamtbevölkerung leiden manchmal bis ständig unter den Symptomen des Tinnitus.
Biofeedbacktraining ist ein fixer Bestandteil fast aller im Europäischen und Amerikanischen Raum veröffentlichten Tinnitus-Behandlungskonzepte.

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3.2 Behandlungs- bzw. Trainingskonzept

Dass dieses neue Behandlungs- bzw. Trainingskonzept, (des Biofeedbacktrainings bei Ohrgeräuschen) sich einer so außergewöhnlich großen Patientenakzeptanz erfreut, liegt vor allem an 3 Hauptfaktoren.

Am Biofeedbackgerät als Diagnosegerät für die körperliche Verspannungen (u.a. Diagnose von Verspannungen bestimmter Muskelgruppen die das bestehende Ohrgeräusch verstärken), Durchblutungsprobleme und Hirnelektrische Überladungen in bestimmten Hirnarealen. Die Wirksamkeit psychologischer Entspannungsverfahren kann überprüft und die objektiven physiologischen Daten mit dem subjektiven Erleben des Klienten verglichen werden. Der Therapeut hat den aktuellen Entspannungszustand bzw. Hirnzustand über einfache Digitalanzeigen immer im Auge.

Am Biofeedback- Entspannungstraining (leicht erlernbares Hautleitwert-, Temperatur- und Muskelentspannungstraining) bei dem die aktive Rolle (Selbsttraining) des Trainierenden / Patienten im therapeutischen Prozess bestärkt wird.

Am Aufbau der Fähigkeit zur Selbstkontrolle und zur gezielten Selbstbeeinfußung die durch die Biofeedbacktechniken direkt erfahrbar wird. Der positive Trainingseffekt (Belohnungsindex) wird schon während der Sitzungen dem Trainierenden mit Hilfe der einfachen Werte an den Digitalanzeigen sichtbar gemacht. Daher weiß Trainer und Trainierender in jedem Augenblick wie weit das Training fortgeschritten ist bzw. welcher Trainingserfolg erreicht wurde.

Diese 3 Faktoren bewirken schon allein eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Personen.

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4. Hautleitwert-Biofeedbacktraining

Das Hautleitwert-Biofeedbacktraining wird vor allem bei der Behandlung von:

Angstzuständen, Stresserscheinungen, emotionalen Problemen und emotionalen Überreaktionen wie auch bei verschiedenen Arten von Hypertonie erfolgreich eingesetzt.

Auch beim Erlernen von wirksamen Entspannungsmethoden leistet das Hautleitwert-Biofeedback einen guten Dienst. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass beim Training des Hautleitwerts (absenken des Leitwerts, senken des Stresswerts) eine Reduktion des allgemeinen Erregungsniveaus entsteht. Beim Absinken des Hautleitwerts sinkt parallel die Herzfrequenz, verbessert sich der Herzrhythmus, sinkt die Atemfrequenz bei gleichzeitiger Zunahme der Atemtiefe.
Menschen mit feuchten Händen (unbewusste Stressreaktion) konnten durch das Training des Hautleitwerts ihre Hände auf Dauer angenehm trocken halten und das auch in Stresssituationen.

Weitere Einsatzbereiche sind: Systematische Desensibilisierung bei bestimmten Allergien, Asthma und Ängsten, Übergewicht durch Stress (Stressesser) Magen-Darmprobleme, Sexualprobleme (Versagensangst und Ejaculation praecox) Schmerzreduktion und Stärkung des Immunsystems.

Im Bereich des Lerntrainings zeigte sich: Die Anwendung des Hautleitwert-Biofeedbacktrainings ist vor allem bei Hypermotorik, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen (durch stressbedingte Lern- und Konzentrationsprobleme auftreten z.B. Prüfungsstress) sehr erfolgreich.

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