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Biofeedback
1. Was kann Biofeedback?
1.1 Was
ist Biofeedback?
1.2 Wann kann Biofeedback angewendet
werden?
1.3 Wie funktioniert Biofeedback?
1.4 Angst und Panik? gezieltes
Biofeedbacktraining kann helfen.
1.5 Nichtmedikamentöse
Behandlungsverfahren bei Kopfschmerz
1.6 Entspannungsverfahren
1.7 Schmerzbewältigung
1.8 Beckenbodentraining
für Harninkontinenz bei Frauen
1.9 Biofeedbacktraining
bei Depressionen
2. Verbesserung der Bereitschaft
zur Verkehrsanpassung
3. Biofeedbacktraining bei
Tinitus
3.1 Was
ist Tinitus?
3.2 Behandlungs- bzw. Trainingskonzept
4. Hautleitwert-Biofeedbacktraining




1.
Was kann Biofeedback?
1.1
Was ist Biofeedback?
Biofeedback kann als ein technologischer Durchbruch
in der Wissenschaft der menschlichen Psychophysiologie gelten. Beim
Biofeedback-Training werden die im allgemeinen nicht wahrgenommenen
Gehirn- und Körpersignale verstärkt, gefiltert und sichtbar
gemacht, um diese unterbewussten Informationen ins Bewusstsein zu
bringen. Das Biofeedback-Training ist ein Mittel, mit dem man die
psychosomatische Selbstkontrolle erlernen kann. Biofeedback heißt
übersetzt "Rückkopplung von Lebensvorgängen".
Mittels elektronischer Geräte werden dabei Atemfrequenz, Pulsschlag,
Muskelanspannung und Körpertemperatur in Ton- und Lichtsignale
umgewandelt. Der Benutzer sieht und hört, was gerade in seinem
Inneren vorgeht. Unter Anleitung kann er somit lernen, gezielten
Einfluss auf die jeweilige Körperfunktion zu nehmen. Den Erfolg
sieht oder hört er direkt vor sich. Die durch Biofeedback erworbene
Fähigkeit zu entspannen hilft bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen
und nervös bedingten Spannungszuständen. Außerdem
lassen sich Beschwerden bei Durchblutungsstörungen lindern
und hoher Blutdruck senken. Anwendungsbereich des Biofeedbacks siehe
nächsten Punkt.
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1.2 Wann kann Biofeedback
angewendet werden?
Dieses Verfahren wird im klinischen Bereich bei
einer Reihe von Krankheiten eingesetzt. Unter anderem sind das:
Migräne, Spannungskopfschmerz und eine
Reihe anderer Schmerzen,
Störungen im Verdauungssystem
Bluthochdruck und zu niederer Blutdruck
Angstzustände
Panikattacken
Depressionen
Überlastung
Verspannungen (Nackenbereich)
Schlaflosigkeit, Schlafstörungen
Tinitus
Harninkontinenz für Frauen
Darüber hinaus hilft es mit, Stress
abzubauen und Körperfunktionen
willentlich zu beeinflussen.
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1.3 Wie funktioniert
Biofeedback?
Das Biofeedback ermöglicht dem Klienten bisher
nicht wahrnehmbare körperliche Vorgänge sichtbar und in
der Folge auch veränderbar zu machen.
Möglicher Weg:
Erlernen einer Entspannungstechnik (z.B. über die Atmung
-mit Biofeedback-Unterstützung) parallel dazu persönliche
Gespräche und klinische Verfahren
Persönliche Gespräche während des Biofeedbacks,
damit belastende Ereignisse oder Situationen besser ermittelt,
besprochen und behandelt werden können
Visualisation während es Biofeedbacks von zuerst angenehmen
und hernach belastenden Situationen oder Ereignissen begleitet
mit Gesprächen und vielen Übungen
Abschlussgespräch über persönliche Eindrücke
vor- und nach der Behandlung -was hat sich für den Klienten
verändert -Zukunftspläne...
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1.4 Angst und Panik? gezieltes
Biofeedbacktraining kann helfen
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1.5. Nichtmedikamentöse
Behandlungsverfahren bei Kopfschmerz
Die Therapieempfehlungen der Deutschen Migräne-
und Kopfschmerzgesellschaft zeigen, dass psychologisch-verhaltenstherapeutische
Verfahren zur Diagnostik und Therapie einen festen Platz in der
Behandlung chronischer Kopfschmerzen gefunden haben.
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1.6 Entspannungsverfahren
Entspannungsverfahren gehören zu den grundsätzlich
indizierten Verfahren bei Patienten mit chronischen Kopfschmerzen.
Dabei liegt das Ziel auf einer insgesamt günstigen Veränderung
physiologischer Vorgänge, die den Organismus weniger "schmerzanfällig"
werden läßt.
Gleichzeitig bietet Entspannung die Grundlage, gezielt Schmerzbewältigungsstrategien
einzusetzen.
Das in der Schmerztherapie am häufigsten angewendete Entspannungsverfahren
ist das von dem amerikanischen Neurologen Jacobsen entwickelte Verfahren
der Progressiven Muskelentspannung. Bei diesem Verfahren werden
die Patienten aufgefordert, nacheinander verschiedene Muskelgruppen
anzuspannen und nach einer kurzen Zeit wieder zu lockern.
Ziel ist es, Spannungszustände im Alltag frühzeitiger
wahrzunehmen und entsprechend gegenzusteuern. Festzuhalten ist,
daß Entspannungsverfahren im Kontrollgruppenvergleich einen
positiven Einfluß auf das Schmerzgeschehen haben. Dabei zeigt
sich allerdings, daß die besten Erfolge in Kombination mit
weiteren Behandlungsansätzen, wie z. B. einem Stressbewältigungstraining
o.a. zu erzielen sind.
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1.7 Schmerzbewältigung
Strategien der Schmerzbewältigung richten sich
auf das unmittelbare Umgehen mit bestehenden Schmerzen. So erleben
sich z.B. Migränepatienten in Attacken, die trotz Medikation
nicht kupiert werden können, oft als hilflos den Schmerzen
ausgeliefert und von den Schmerzen überrollt. Im Sinne eines
Schmerz-/Spannungszyklus wird so das Schmerzerleben wiederum ungünstig
beeinflußt und schaukelt sich noch mehr auf. Auch bei Patienten
mit einem Dauerkopfschmerz kann die Art und Weise, wie auf Schmerzen
reagiert wird, das Schmerzgeschehen beeinflussen.
Ziel der Schmerzbewältigungsstrategien ist es, Schmerzen ertragbarer
zu machen. Dabei gibt es zunächst die Möglichkeit, die
Aufmerksamkeit vom Schmerz wegzulenken (Ablenkungsstrategien). Bei
der Ablenkung von Schmerzen werden die Patienten einerseits dazu
angehalten, ihre Aufmerksamkeit auf Merkmale und Situationen in
der Umgebung zu richten (z.B. Wahrnehmung der Landschaft, Ansehen
von schönen Urlaubsfotos etc.). Andererseits werden Möglichkeiten
der inneren Ablenkungen erarbeitet und ausprobiert (z.B. Vorstellung
einer schönen Landschaft, Aufmerksamkeit auf Körperstellen
lenken, die sich angenehm anfühlen o.a.).
Einen wesentlichen Aspekt der Schmerzbewältigung stellt das
erlernen positiver Selbstinstruktionen dar. Der Schmerz wird in
diesem Zusammenhang als Stressor gesehen, den es zu bewältigen
gilt. Positive Selbstinstruktionen ("der Schmerz ist wirklich
gräßlich, aber ich weiß, ich werde auch diese Attacke
überstehen. Jetzt erst mal eins nach dem anderen, was kenne
ich denn für Möglichkeiten, mich abzulenken") helfen
den Patienten, sich bei Schmerzen nicht von dem Geschehen überrollt
zu fühlen ("ich halte den Schmerz einfach nicht mehr aus,
bestimmt kann ich jetzt wieder tagelang nichts machen, wie soll
das alles werden, es hilft überhaupt gar nichts mehr...")
und damit die Befindlichkeit zu verschlechtern, sondern sich selbst
noch als aktiv und handelnd zu erleben. Damit und vor allem in Kombination
mit Entspannung (s.o.) kann häufig erst die Grundlage geschaffen
werden, auf erlernte Schmerzbewältigungsstrategien zurückzugreifen.
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1.8 Beckenbodentraining
für Harninkontinenz bei Frauen
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1.9 Biofeedbacktraining
bei Depressionen
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2. Verbesserung der Bereitschaft
zur Verkehrsanpassung (Persönlichkeit)
Was kann das Biofeedback dazu beitragen?
Falls sich bei der verkehrspsychologischen Untersuchung
im Bereich der Persönlichkeit Auffälligkeiten ergeben,
kann eine klinisch - psychologische Diagnostik eine noch genauere
Abklärung über die Vernetzung der Probleme bieten. Diese
Ergebnisse der Diagnostik werden mit dem Klienten ausführlich
besprochen und -falls es günstig erscheint- eine weiterführende
psychologische Behandlung vorgeschlagen. Da jede psychologische
Behandlung bei mir individuell gestaltet wird, kann diese beschriebene
Vorgangsweise nur ein Beispiel sein.
Für eine weiterführende psychologische Behandlung wird
in meiner Praxis häufig das Biofeedback als Unterstützung
verwendet, da mit diesem Gerät dem Klienten physiologische
Parameter gut sichtbar gemacht werden können, was wiederum
zu einem schnelleren Behandlungserfolg führen kann.
Das Ziel der Behandlung liegt in einer Erhöhung
der Bewusstheit der Eigenverantwortung und in einer Verbesserung
der persönlichen Stressverarbeitung auch in Belastungssituationen
(wie sie auch im Verkehr vorkommen bzw. weniger Ablenkung durch
event. belastende Gedanken).
Viele persönlichen Probleme haben ihre Ursachen
in einer inadäquaten Stressverarbeitung. Auslöser für
den erhöhten Stress können sein z.B. Ärger, Zorn,
Ängste, Stimmungsschwankungen, Alkohol, Drogen, Unzufriedenheit
mit dem Beruf, eine Überarbeitung, mehrfache Belastung, wenig
Zeit für sich selbst, Reizüberflutung, schlechte Terminplanung,
Müdigkeit, Gefährdung des Arbeitsplatzes, Zukunftsängste,
Probleme mit dem Partner, - mit Kindern, wenig Freunde, Einsamkeit
u.a..
Wenn es im Rahmen einer Behandlung gelingt, dass der Klient seine
persönlichen Sorgen, Ängste und Belastungen besser aufarbeitet,
ist die Folge mehr innere Ruhe und somit auch eine bessere Wahrnehmung
der Außenwelt, was indirekt auch eine bessere Bereitschaft
zur Verkehrsanpassung bewirkt (z.B. weniger Risikobereitschaft,
event. bessere Dosierung der Geschwindigkeit durch bessere Zeiteinteilung,
bessere Trennung von Alkohol und Fahrzeug, bessere und schnellere
Wahrnehmung von Verkehrssituationen, weniger Selbstüberschätzung,
mehr Selbstkontrolle, mehr Selbstverantwortung u.a.).
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3. Biofeedbacktraining
bei Tinitus
3.1 Was ist Tinnitus?
Mit Tinnitus werden chronische Ohrgeräusche
bezeichnet, die keiner objektiven äußeren wie inneren
Schallquelle zugeordnet werden können. Die Ohrgeräusche
werden von dem Betroffenen oft als Rauschen, Pfeifen, Zischen, hoher
singender Ton, Zirpen oder Brummen wahrgenommen und schwanken zum
Teil erheblich hinsichtlich der Intensität und der Dauer. In
manchen Fällen wird das Auftreten des Tinnitus durch akute
Erkrankungen des Gehörs (z.B. Hörsturz), durch chronische
Lärmbelastungen oder akute Knallverletzungen aber auch durch
extremen Stress - Angst ausgelöst. Darüber hinaus wirken
sich aber auch psychosoziale Faktoren auf die Schwere der Symptomatik
aus. Bei einer Untergruppe der Betroffenen können psychogene
Verspannungen im Bereich der Hals-, Nacken- und Kiefermuskulatur
für die Entstehung der Symptomatik verantwortlich sein.
Tinnitus tritt in den letzten Jahren immer häufiger auf. Nach
Schätzungen fühlen sich etwa 3 Millionen Deutsche durch
chronische Ohrgeräusche beeinträchtigt. Etwa 1 - 3 % der
Gesamtbevölkerung leiden manchmal bis ständig unter den
Symptomen des Tinnitus.
Biofeedbacktraining ist ein fixer Bestandteil fast aller im Europäischen
und Amerikanischen Raum veröffentlichten Tinnitus-Behandlungskonzepte.
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3.2 Behandlungs- bzw.
Trainingskonzept
Dass dieses neue Behandlungs- bzw. Trainingskonzept,
(des Biofeedbacktrainings bei Ohrgeräuschen) sich einer so
außergewöhnlich großen Patientenakzeptanz erfreut,
liegt vor allem an 3 Hauptfaktoren.
Am Biofeedbackgerät als Diagnosegerät für die körperliche
Verspannungen (u.a. Diagnose von Verspannungen bestimmter Muskelgruppen
die das bestehende Ohrgeräusch verstärken), Durchblutungsprobleme
und Hirnelektrische Überladungen in bestimmten Hirnarealen.
Die Wirksamkeit psychologischer Entspannungsverfahren kann überprüft
und die objektiven physiologischen Daten mit dem subjektiven Erleben
des Klienten verglichen werden. Der Therapeut hat den aktuellen
Entspannungszustand bzw. Hirnzustand über einfache Digitalanzeigen
immer im Auge.
Am Biofeedback- Entspannungstraining (leicht erlernbares Hautleitwert-,
Temperatur- und Muskelentspannungstraining) bei dem die aktive
Rolle (Selbsttraining) des Trainierenden / Patienten im therapeutischen
Prozess bestärkt wird.
Am Aufbau der Fähigkeit zur Selbstkontrolle und zur gezielten
Selbstbeeinfußung die durch die Biofeedbacktechniken direkt
erfahrbar wird. Der positive Trainingseffekt (Belohnungsindex)
wird schon während der Sitzungen dem Trainierenden mit Hilfe
der einfachen Werte an den Digitalanzeigen sichtbar gemacht. Daher
weiß Trainer und Trainierender in jedem Augenblick wie weit
das Training fortgeschritten ist bzw. welcher Trainingserfolg
erreicht wurde.
Diese 3 Faktoren bewirken schon allein eine deutliche
Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Personen.
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4. Hautleitwert-Biofeedbacktraining
Das Hautleitwert-Biofeedbacktraining wird vor allem
bei der Behandlung von:
Angstzuständen, Stresserscheinungen, emotionalen Problemen
und emotionalen Überreaktionen wie auch bei verschiedenen
Arten von Hypertonie erfolgreich eingesetzt.
Auch beim Erlernen von wirksamen Entspannungsmethoden leistet
das Hautleitwert-Biofeedback einen guten Dienst. Wissenschaftliche
Untersuchungen zeigten, dass beim Training des Hautleitwerts (absenken
des Leitwerts, senken des Stresswerts) eine Reduktion des allgemeinen
Erregungsniveaus entsteht. Beim Absinken des Hautleitwerts sinkt
parallel die Herzfrequenz, verbessert sich der Herzrhythmus, sinkt
die Atemfrequenz bei gleichzeitiger Zunahme der Atemtiefe.
Menschen mit feuchten Händen (unbewusste Stressreaktion)
konnten durch das Training des Hautleitwerts ihre Hände auf
Dauer angenehm trocken halten und das auch in Stresssituationen.
Weitere Einsatzbereiche sind: Systematische Desensibilisierung
bei bestimmten Allergien, Asthma und Ängsten, Übergewicht
durch Stress (Stressesser) Magen-Darmprobleme, Sexualprobleme
(Versagensangst und Ejaculation praecox) Schmerzreduktion und
Stärkung des Immunsystems.
Im Bereich des Lerntrainings
zeigte sich: Die Anwendung des Hautleitwert-Biofeedbacktrainings
ist vor allem bei Hypermotorik, Aufmerksamkeits-
und Konzentrationsstörungen (durch
stressbedingte Lern- und Konzentrationsprobleme auftreten z.B. Prüfungsstress)
sehr erfolgreich.
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