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Anorexie (Magersucht)
1. Allgemeines zu Anorexie
2. Was ist eine Anorexie?
3. Anzeichen für Magersucht
- Leitsymptome der Anorexia nervosa
3.1 Körperschema-Störung
3.2 Verändertes Essverhalten
3.3 Gewichtsverlust
3.4 Körperliche Veränderungen
3.5 Psychische Veränderungen
4. Wie häufig ist die Erkrankung?




1.
Allgemeines zu Anorexie
Wörtlich übersetzt bedeutet Anorexie "Appetitverlust
oder -verminderung" - eine irreführende Bezeichnung, da
nicht unbedingt der Appetit, sondern in erster Linie das Eßverhalten
gestört ist. Der Zusatz "nervosa" weist auf die psychischen
Ursachen der Eßstörung hin. Die meisten Mädchen
und Frauen und ein wachsender Anteil an Jungen und Männern
werden dabei angetrieben von dem Wunsch, schlank zu sein und der
Furcht davor, "fett zu sein". Magersüchtige halten
sich selbst für fett, unabhängig von ihrem tatsächlichen
Gewicht. Meistens erkennen die Magersüchtigen nicht, dass sie
bereits untergewichtig sind und fühlen sich immer noch "zu
dick". Extrem magersüchtige Personen versuchen immer noch,
an bestimmten Körperteilen Gewicht zu verlieren. Anorexie wird
gekennzeichnet durch einen signifikanten Gewichtsverlust, hervorgerufen
durch extreme Diät. Bei dem Versuch, immer noch mehr Gewicht
zu verlieren, vermeiden Magersüchtige die Nahrungsaufnahme
bzw. kalorienreiche Nahrung, was im Extremfall bis zum Tode führen
kann.
Die Unterscheidung der Anorexie von der anderen
bekannten Eßstörung, der Bulimie, ist im Einzelfall oft
schwierig. Zwar sind beide Krankheitsbilder jeweils durch typische
Merkmale gekennzeichnet (die Anorexie durch starken Gewichtsverlust,
die Bulimie durch das Auftreten von Eßanfällen und Maßnahmen
zur Gewichtsreduktion z.B. Erbrechen), der Übergang ist jedoch
fließend. Bei vielen Patientinnen tritt eine Mischung von
Symptomen auf, man spricht dann von einer Bulimanorexie.
Magersüchtige streben
für gewöhnlich nach Perfektion und setzen sehr hohe Ansprüche
an sich selbst. Sie genießen das irrige Gefühl, ihren
Körper "unter Kontrolle" zu haben, und sehen in der
Gewichtsabnahme eine Bestätigung ihrer Leistungen.
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2.
Was ist eine Anorexie?
Anorexia nervosa bezeichnet einen selbstverursachten
bedeutsamen Gewichtsverlust oder eine unzureichende altersgemäße
Gewichtszunahme, die mit der tief verwurzelten Überzeugung
einhergeht, trotz Untergewicht zu dick zu sein. Der Häufigkeitsgipfel
liegt bei 14 Jahren. Kernsymptom der Magersucht ist die sogenannte
Körperschemastörung: Magersüchtige Patienten überschätzen
ihren Körperumfang und halten sich trotz Untergewicht für
zu dick.
Definition der Anorexia nervosa nach ICD-10
Körpergewicht mindestens 15% unterhalb der Norm
Der Gewichtsverlust ist selbstverursacht
Körperschemastörung und Überzeugung, zu dick zu
sein
Man unterscheidet drei Untergruppen: Bei der restriktiven
Anorexia nervosa wird der Gewichtsverlust ausschließlich durch
Einschränkung der Nahrungszufuhr und/oder verstärkte körperliche
Aktivität erreicht. Die Anorexia nervosa mit zusätzlichen
Gewichtsreduktionsmethoden schließt darüber hinaus selbstherbeigeführtes
Erbrechen, Abführmittel- und/oder anderen Medikamentenmissbrauch
mit dem Ziel der Gewichtsabnahme ein. Bei der Anorexia nervosa mit
bulimischen Attacken werden die Zeiträume eingeschränkter
Nahrungszufuhr durch sogenannte Essattacken unterbrochen, bei denen
große Mengen an Nahrung verzehrt werden. Eine Gewichtszunahme
wird dann durch die bereits beschriebenen gewichtsreduzierenden
Methoden vermieden.
Die kindliche Anorexia nervosa beginnt vor Eintritt
in die Pubertät und geht mit einem Stillstand oder einer Verzögerung
der pubertären Entwicklung und/oder des Wachstums einher.
Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt
durch Vermeidung von "fettmachenden" Speisen.
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3.
Anzeichen für Magersucht - Leitsymptome der Anorexia nervosa
Symptome sind zum Beispiel:
Körpergewicht unter 85% des zu erwartenden Gewichtes
Absichtliche Gewichtsabnahme
Gewichtsphobie
Vermeidung hochkalorischer Speisen
Extrem langsames Essverhalten, Rituale beim Essen
Erbrechen, Abführmittelmissbrauch
Exzessive Gewichtskontrollen
Übertriebene körperliche Aktivität
Mangelnde Krankheitseinsicht
Körperschemastörung
Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, Kreislaufbeschwerden
bei niedrigem Blutdruck und Puls, Haarausfall, trockene Haut sind
mögliche weitere Symptome.
Anorexie ist eine schwerwiegende Essstörung,
bei der sich der Betroffene in einigen Fällen buchstäblich
zu Tode hungert. Selbst wenn sie bereits erhebliches Untergewicht
aufweisen, halten die Betroffenen sich für fett. Betroffene
sind nicht einfach nur dünn. Sie wiegen mindestens 15% weniger
als sie sollten.
Die Betroffenen unterziehen sich strengen Diäten,
sie fasten oder nehmen nur noch bestimmte, kalorienarme Speisen
zu sich, z.B. nur noch Salat. Sie unternehmen übertriebene
körperliche Aktivitäten, treiben exzessiv Sport. Viele
Patientinnen sind sehr ehrgeizig und leistungsbezogen.
Begleitend leiden viele Betroffene an depressiven
Episoden. Stimmungslabilität, selbstverletzendes Verhalten,
Zwänge und weitere Verhaltensauffälligkeiten können
zusätzlich vorhanden sein.
3.1 Körperschema-Störung
Bei anorektischen Patientinnen kommt es zu einer
Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Auch wenn
sie im Laufe der Erkrankung schon extrem viel Gewicht verloren haben,
überschätzen sie ihren Körperumfang und halten sich
für zu dick. Die Betroffenen nehmen sich selbst als "zu
fett" wahr, was zu einer selbstauferlegten sehr niedrigen Gewichtsschwelle
führt. Trotz gegenteiliger Versicherungen des Umfeldes halten
die Kranken an ihrer Überzeugung fest. Der Fachausdruck hierfür
lautet Körperschemastörung.
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3.2 Verändertes
Essverhalten
Infolge der verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers
bemühen sich die Betroffenen, ihr vermeintlich zu hohes Gewicht
zu reduzieren. Zu diesem Zweck nehmen sie nur geringe Mengen an
Nahrung zu sich und vermeiden Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten.
Manche Patientinnen verweigern zeitweise die Nahrungsaufnahme komplett.
Häufig nimmt das Essen einen zentralen Stellenwert im Leben
der Betroffenen ein. Sie verwenden viel Energie darauf, Hungergefühle
zu unterdrücken oder bereiten mit großem Eifer wahre
Festmahle für andere zu, an denen sie aber selbst nicht teilnehmen.
In Hinblick auf die Veränderungen des Essverhaltens lassen
sich zwei Gruppen von anorektischen Patientinnen unterscheiden:
Etwa 50% der Patientinnen halten ausschließlich Diät,
bei den anderen treten aber auch bulimische Symptome (Essanfälle
und selbst herbeigeführtes Erbrechen) auf. Bei Betroffenen,
die zu der letzteren Gruppe gehören, beginnt die Störung
meist später, sie haben vor der Erkrankung ein höheres
Gewicht, die Körperschema-Störung ist meist stärker
ausgeprägt und sie sind häufig depressiver als Patientinnen
mit einer rein anorektischen Symptomatik.
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3.3 Gewichtsverlust
Neben der strengen Diät setzen viele Anorektikerinnen
zusätzlich Appetitzügler, Abführmittel, selbst verursachtes
Erbrechen und sportliche Betätigung ein, um abzunehmen. Durchschnittlich
verlieren anorektische Patientinnen 45-50% ihres Ausgangsgewichts.
Liegt das Körpergewicht um mindestens 15% niedriger als das
Normalgewicht, wird die Diagnose der Anorexie gestellt.
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3.4 Körperliche
Veränderungen
Durch den Gewichtsverlusts und die Mangelernährung
kann es zu schwerwiegenden körperlichen Schäden kommen.
Aufgrund von hormonellen Störungen bleibt die Menstruation
meist aus. Bei Beginn der Störung vor der Pubertät wird
die körperliche Entwicklung meist stark verzögert. Auch
Verlangsamung des Herzschlags, niedriger Blutdruck, Absinken der
Körpertemperatur, Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens,
Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe
können als Folgen der Anorexie auftreten. Der Mineralstoffhaushalt
ist in der Regel gestört. Diese körperlichen Befunde werden
durch die Mangelernährung verursacht und verschwinden meist
vollständig, wenn sich das Essverhalten langfristig normalisiert
hat. Durch die konstante Mangelernährung wird der Energieverbrauch
herabgesetzt. Infolgedessen führt normale Nahrungsaufnahme
unter diesen Umständen kurzfristig zu einer Gewichtszunahme.
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3.5 Psychische Veränderungen
Bei anorektischen Patientinnen steht das beharrliche
Streben, dünner zu werden, im Vordergrund. Verbunden damit
besteht eine extreme Angst vor einer Gewichtszunahme. Schon eine
Zunahme von wenigen Gramm, die aufgrund des gesenkten Energieverbrauchs
ja schon nach recht geringer Nahrungsaufnahme folgen kann, löst
regelrechte Panik aus. Das führt zu einem erneuten Versuch,
das Essverhalten (noch strenger) zu kontrollieren. Die Patientinnen
befinden sich also in einem regelrechten Teufelskreis. Häufig
zeigen sich bei den Betroffenen auch depressive Symptome und starke
Reizbarkeit.
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4.
Wie häufig ist die Erkrankung?
Ca. 0,5 bis 1% der heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen
leiden an Magersucht. Bei Frauen ist die Erkrankung etwa zehn mal
häufiger als bei Männern anzutreffen.
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