PSYCHOLOGISCHES ZENTRUM
LEIBNITZ, KALSDORF, LIEZEN, BRUCK
Mag. Dr. Inge Unterleitner
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Adipositas - Übergewicht

1. Übergewicht und Eßsucht - Der Kreislauf

2. Was ist Adipositas?

3. Wann ist ein Kind adipös?

4. Ursachen von Adipositas - Übergewicht

4.1 Ursachen: Soziale Faktoren
4.2 Ursachen: Erbliche Faktoren
4.3 Ursachen: Energiebilanz

5. Folgen und Gefahren für den Körper

6. Folgen und Gefahren für die Seele

 

 

 

 

 





1. Übergewicht und Eßsucht - Der Kreislauf

Äußerlich kennzeichnet die Betroffenen ihr Übergewicht. Aber: Nicht jede oder jeder Übergewichtige ist eßsüchtig!

Übergewichtige, die an einer Eßsucht leiden, schämen sich ihres mäßig oder massiv übergewichtigen Körpers. Eßsüchtige mit Übergewicht waren häufig schon als Kind leicht bis mäßig übergewichtig. Auch sie träumen davon, schlank zu sein, und bemühen sich immer wieder (erfolglos) um ein gezügelteres Eßverhalten. Zugleich sind die Betroffenen stets bemüht, den Zusammenhang zwischen ihrem Eßverhalten und ihrem Gewicht herunterzuspielen. Viele essen in der Öffentlichkeit nur kleinste Portionen. Typisch ist eine große Bewegungsunlust. Sie resultiert aus der Angst sich lächerlich zu machen, und kommt dem Wunsch entgegen, mit dem verhaßten Körper möglichst wenig Kontakt zu haben. Die psychischen Belastungen für die Betroffenen sind ernorm. "Dicke" gelten nicht nur als faul, träge, unattraktiv und unbeherrscht, sondern auch als weniger intelligent und weniger leistungsfähig. Zudem wird ihnen vorgeworfen, selbst Schuld an ihrem Unglück zu tragen. So wundert es nicht, daß Übergewichtige unter Hemmungen, Kontaktschwierigkeiten und Minderwertigkeitsgefühlen leiden. Essen wird zur einzigen Freude und zum einzigen Trost. Der Teufelskreis schließt sich.

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2. Was ist Adipositas?

Adipositas ist eine chronische Krankheit und kann auch bezeichnet werden als Fettleibigkeit. Dabei handelt es sich um eine übermäßige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Der Begriff Fettsucht ist nicht sinnvoll, da Adipositas in den meisten Fällen nichts mit Sucht zu tun hat, erst recht nicht mit einer Sucht nach Fett! Da Adipositas mit Übergewicht verbunden ist, werden beide Begriffe oft synonym gebraucht. Dies ist aus medizinischer Sicht nicht korrekt. Adipositas ist auch Übergewicht, Übergewicht aber nicht notwendigerweise Adipositas. Adipositas kennzeichnet einen gewissen Schweregrad von Übergewicht.

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3. Wann ist ein Kind adipös?

Ist das Kind bereits gefährlich dick oder hat es nur ein paar harmlose Speckröllchen zuviel auf den Rippen? Diese Frage ist in manchen Fällen nicht so leicht zu beantworten, denn jedes Kind entwickelt sich individuell und sollte auch so beurteilt werden. Tabellen, Formeln und statistische Angaben bieten jedoch wichtige Orientierungshilfen für Eltern und Ärzte. Bislang gab es keine eindeutigen Richtlinien zur Definition und Beurteilung von Übergewicht und Adipositas von Kindern und Jugendlichen. Da größere Kinder natürlich mehr wiegen als kleinere, gilt es die Körperhöhe mit zu berücksichtigen. In den vergangenen Jahren hat sich der Body-Mass-Index (BMI) als Kriterium herauskristallisiert, um das gewissermaßen körperhöhen-bereinigte Gewicht zu ermitteln.

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4. Ursachen von Adipositas - Übergewicht

4.1 Ursachen: Soziale Faktoren

Forscher halten mangelnde Bewegung für einen wesentlichen Grund der massiven Zunahme an dicken Kindern in den letzten Jahren. In den Schulpausen vertreiben sich die Kids mit dem Gameboy die Zeit, statt Fußball oder Fangen zu spielen. Das Freizeitverhalten der Kinder des neuen Jahrtausends hat sich nach Innen verlagert. Nachmittage vor der Playstation und der Glotze sind beliebter als der Besuch eines Spielplatzes. Kinder gehen lieber online als zu Fuß. Und das hat vielseitige Konsequenzen neben der Zunahme an Gewicht: Die Kindern werden immer ungeschickter. Es fällt ihnen schwer, zu springen, zu klettern oder mit einem Ball zu dribbeln. Immer weniger Kinder treiben sehr viel Sport, immer mehr bewegen sich fast überhaupt nicht.

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4.2 Ursachen: Erbliche Faktoren

Dicke Eltern - dicke Kinder? Meistens: Ja. Studien unter Tausenden von Zwillingen und Adoptivkindern belegen, dass die Erbanlagen (Gene) eine mindestens ebenso prägende Rolle spielen wie die Umwelt. Den Einfluss des Erbgutes schätzen die Forscher auf 40 bis 70 Prozent; bei 80 Prozent stark fettleibiger Kinder ist mindestens ein Elternteil dick, bei 30 Prozent sind es beide Eltern.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Übergewicht im Erwachsenenalter fortbesteht, steigt erheblich an, wenn mindestens ein Elternteil fettleibig ist. Übergewichtige drei- bis fünfjährige Kinder mit einer übergewichtigen Mutter und/oder einem übergewichtigen Vater bleiben demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auch im Erwachsenenalter fettleibig. Außerdem gilt: Je extremer das Übergewicht im Kindesalter, desto wahrscheinlicher besteht es auch im Erwachsenenalter fort.

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4.3 Ursachen: Energiebilanz

Fest steht: Wer mehr isst, als er (ver-) braucht wird dicker. Genauso richtig ist der umgekehrte Satz: Wer weniger verbraucht, als er isst, wird dicker. Energiestoffwechsel und Energieverbrauch stehen normalerweise bei gesunden Erwachsenen im Gleichgewicht. Demnach werden über einen längeren Zeitraum genauso viele Kilokalorien eingenommen, wie sie auch verbraucht werden. Das Körpergewicht bleibt dementsprechend stabil.

Kinder müssen im Verhältnis zu Erwachsenen mehr Energie zuführen, da das Wachstum zusätzliche Energie erfordert. Während der mehrmonatigen bis mehrjährigen Entstehung von Übergewicht liegt bei Kindern und Jugendlichen die Energiezufuhr über dem Energieverbrauch - auch einschließlich der Energie, die für das Wachstum benötigt wird.

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5. Folgen und Gefahren für den Körper

Die im folgenden aufgeführten Krankheiten können, müssen aber nicht auftreten. Allerdings steigt das Risiko mit jedem überflüssigen Kilogramm. Ständige Überlastung schädigt häufig bereits in jungen Jahren Gelenke, Wirbelsäule oder Sehnen. Auch die Füße können Schaden nehmen. Deshalb sollten Kinder, die bereits übergewichtig sind, einen Orthopäden aufsuchen. Einlagen können möglicherweise Fußverformungen vorbeugen. Zuviel Gewicht beeinträchtigt auch die Schnelligkeit, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit. Daher sind dicke Kinder einer größeren Verletzungs- beziehungsweise Unfallgefahr ausgesetzt.

Vermeidung körperlicher Aktivitäten
deutliche Gewichtszunahme
ausweichende Angaben über die aufgenommene Nahrung
Essen aus Langeweile
zunehmende Hemmungen, und Kontaktschwierigkeiten

Die Folgen dieses Verhaltens sind / können sein:

Überlastung des Herzens
Überlastung des Kreislauf
Überlastung des Skelettes
begünstigt auf lange Sicht gesehen
Gicht
Diabetes
Bluthochdruck
Herzinfarkt
Gallensteine
Gelenkleiden- und Wirbelsäulenschaden

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6. Folgen und Gefahren für die Seele

Viele körperliche Schäden stellen sich erst nach Jahren ein. Die psychosozialen Folgen ihres Übergewichtes erfahren dicke Kinder hingegen sofort. Übergewichtige Erwachsene mit einem gesunden Selbstbewusstsein können eventuell mit den Demütigungen ihrer Umwelt umgehen, ohne dass sie schwer zu kämpfen haben. Aber nur wenige Jugendliche mit Übergewicht sind selbstbewusst genug, sich nicht ständig benachteiligt zu fühlen. Ihr Selbstwertgefühl muss sich erst noch festigen und ist stark abhängig von den Reaktionen ihrer Mitmenschen.

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